Steuerliche Vorteile durch Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung

Steuerliche Vorteile durch Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung

Investitionsabzugsbetrag

Für künftige Investitionen beweglicher Wirtschaftsgüter im Anlagevermögen besteht für kleine und mittlere Unternehmen die Möglichkeit bis zu 40% des voraussichtlichen Investitionsbetrages von dem Gewinn abzuziehen. Beim vorliegen weiterer Kriterien kann nach der getätigter Investition eine Sonderabschreibung von 20% in Anspruch genommen werden. Insgesamt dürfen zum Bilanzstichtag höchstens 200.00 Euro als Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht werden. Unschädlich ist, wenn durch diesen Abzug ein Verlust entsteht oder sich erhöht.

Welche Unternehmen sind begünstigt

Bilanzierende Unternehmen können diese Regelung für sich nur dann in Anspruch nehmen, wenn das Betriebsvermögen 235.000 Euro nicht übersteigt.

Bei Betrieben mit Einnahmeüberschussrechnung (EÜR) darf der Gewinn 100.000 EUR nicht übersteigen. In diesem Fall ist das Betriebsvermögen nicht von Bedeutung.

So ermitteln Sie das Betriebsvermögen, wenn Sie für Ihr Unternehmen Bilanzen erstellen:

Anlagevermögen
+ Umlaufvermögen
+ aktive Rechnungsabgrenzungsposten
–  Rückstellungen
–  Verbindlichkeiten
–  steuerbilanzielle Rücklagen (z.B. Ersatzbeschaffung, § 6b EStG)
–  noch passivierte Ansparabschreibungen gemäß § 7g Abs. 3 ff. EStG a.F.
–  passive Rechnungsabgrenzungsposten
= Betriebsvermögen i.S. des § 7g EStG

 

Welche Investitionen sind begünstigt

Die geplanten Investitionen müssen folgende Kriterien aufweisen:

– das Wirtschaftsgut muss beweglich und abnutzbar sein (also kein Grund und Boden oder Gebäude)

– das Wirtschaftsgut muss im Anschaffungsjahr und dem darauffolgendem Jahr mindestens zu 90% betrieblich genutzt werden

– Investitionen in gebrauchte Wirtschaftsgüter sind ebenfalls begünstigt.

Für die Finanzverwaltung sind Unterlagen mit Angaben über die begünstigte Investitionen, deren Funktionen und die voraussichtlichen Investitionskosten einzureichen. Investitionsabzugsbeträge werden nur dann berücksichtig, wenn die notwendigen Erläuterungen in der Steuererklärung gemacht wurden.

Spätestens im dritten Jahr nach dem Jahr der Gewinnminderung muss die Investition tatsächlich durchgeführt werden, und zwar so, wie es in der Steuererklärung der Finanzverwaltung mitgeteilt wurde.

 

Hinzurechnung im Jahr der Investition

 

Bei einer planmäßig durchgeführten Investition, ist der für dieses Wirtschaftsgut berücksichtigte Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 40 % der tatsächlichen Investitionskosten, höchstens jedoch in Höhe des tatsächlich geltend gemachten Investitionsabzugsbetrages dem Gewinn hinzuzurechnen. Bei ursprünglich zu hoch geschätzten Anschaffungskosten, können maximal 40 % der Investitionskosten hinzugerechnet werden Der verbleibende Restbetrag ist spätestens nach Ablauf der Investitionsfrist rückwirkend dem Gewinn hinzuzurechnen.

 

Was ist zu beachten, wenn die Investition unterbleibt oder nicht gleichartig ist

 

Sollte die geplante Investition aus welchen Gründen auch immer unterbleiben oder die getätigte Investition ist nicht gleichartig sein, so ist die seinerzeit vorgenommene Gewinnminderung rückgängig zu machen. Dabei wird das Veranlagungsjahr des Abzugs gewinnerhöhend korrigiert. Das führt in der Regel zu einer Steuernachzahlung, die unter Umständen auch noch zu verzinsen ist.

 

Inanspruchnahme der Sonderabschreibung

Ist das Wirtschaftsgut angeschafft kann das Unternehmen zusätzlich zu der normalen Abschreibung für das Wirtschaftsgut 20 % der um den Abzugsbetrag geminderten Investitionskosten eine Sonderabschreibung in Anspruch nehmen. Hierbei besteht ein Wahlrecht darüber, ob der Gesamtbetrag der Sonderabschreibung im Jahr der Investition voll abgeschrieben oder auf fünf Jahre gleichmäßig oder auch ungleichmäßig verteilt werden.

16.04.2014  @Andreas Unruh

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Gastautor: Andreas Unruh

 

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